Projekte 2006

Die Dreizehnte Stufe
Die Geschichte vom Goldenen Rössl
Musiktheater von Martin Winklbauer
Musik: Alois Rottenaicher
nach Mitoven von F.Halevy
24 Juni, 1. & 8. 15 Juli 2005 20.30 Uhr

Altöttinger Theatersommer 2005
Freilichtaufführung Basilika-Vorplatz Altötting
(bei schlechter Witterung in der Basilika
Landvolktheater Halsbach (Kartenbestellung)
Eine Produktion der Waldb
ühne Halsbach

Text und Regie: Martin Winklbauer
Musikalische Leitung & Choreinstudierung: Alois Rottenaicher
Solisten:
Hofbeamter : Werner Perret
(Bass)
König Charles : Heribert Haider (Tenor)
Königin Isabeau: Rose Bihler Shah (Sopran)

Ludwig, der Gebartete:
der Bruder der Königin
Herzogin von Berry:
Kardinal Guy:
Odette:
Katharina:
Philipp:
Ludwig von Orleans:
Johann:
Waffenmeister:
Olivier:
Sekretär:
Diener
:
Volk:

Wolfgang Landsberger,

Marianne Traup,
Rudi Fischer
Carmen Zwislsperger
Martina Rottenaicher
Ludwig Rottenaicher
Josef Wurm
Heinz Siegert
Alfons Schwitz
Gerhard Lechner
Bernhard Ossiander
Mathias Berreiter
Theaterchor Halsbach

 

Theaterchor Halsbach
Sopran: Brigitte Hundsberger, Maria Keil, Gerti Vorbuchner, Barbara Winklbauer, Sieglinde Winkler, Rosina Wutmann, Carmen Zwisisperger

Alt: Carola Bruckner, Elisabeth Buchner, Christine Gaigl, Mona Hermes, Anna-Barbara Jockenhöfer, Reserl Keil, Stephanie Masszi, Reserl Raischl, Martina Rottanaicher, Kathi Schmidhamer, Anni Thalhammer, Marianne

Tenor: Mathias Berreiter, Josef Hochreiter, Andreas Keil, Ludwig Rottenaicher, Heinz Siegert, Michael Troll, Josef Wurm
Bass: Rudi Fischer, Gilbert Kraus, Wolfgang Landsberger, Gerhard Lechner, Bernhard Ossiander, Alfons SchwitzTraup, Regina Werner

 

Orchester

Flöte: Katharina Kaiser
Oboe: Heike Sauer
Klarinetten: Wolfgang Hanninger, Stephanie Faltermeier
Fagott: Susanne Perret
Kontrabass: Christian Gegg
Trompeten: Christoph Gruninger, Elisabeth Stacheter
Hörner: Jakob Wurm, Edith Schriefel
Klavier: Georg Grünfelder

Grattlermusi

Garklein (Flöte): Reserl Raischl
Gitarre/Schlagwerk: Reserl Keil
Gitarre/Gemshorn: Maria Keil
Violine: Andreas Keil

Lichttechnik: Andreas Keil Andreas Mayr
Tontechnik: Anderl Keil
Maske: Reserl Keil, Maria Keil, Farida Reithmeier, Barbara Winklbauer
Kartenverkauf: Christine Jahn
Büro: Renate Kreitz

Die Schatzkammer unserer Lieben Frau in Altötting

Der lichte spätgotische Raum hütet seit 1510 die wertvollen Opfergaben, die im Laufe von fünf Jahrhunderten von vermögenden Spendern gestiftet wurden. Vom einstigen Bestand ist heute nur noch ein Bruchteil vorhanden. Neben vielen Schmuckstücken, Reliquiaren, kostbaren Kelchen und Monstranzen und einer wertvollen Sammlung zum Teil Jahrhunderte alter Rosenkränze finden die Besucher der Schatzkammer auch mancherlei kunstgeschichtlich wertvolle Exponate.

Das Prunkstück der Schatzkammer ist das "Goldene Rössl", ein 62 cm hohes, Altärchen mit einem Aufbau aus Gold und vergoldetem Silber. Das kostbare Werk ist 1404 in den Hofwerkstätten zu Paris entstanden, ', wo gerade in jener Epoche die Goldemailkunst einen einzigartigen Höhepunkt erlebte. Stifterin war die damalige Königin Isabeau von Frankreich, eine Wittelsbacherin. Als Pfand gelangte das wertvolle Stück wenige Jahre später, zusammen mit anderen kostbaren Goldemailarbeiten, in den Besitz des Bruders der Königin, des bayerischen Herzogs Ludwig der Gebartete.

Als 1503 der Landshuter Erbfolgekrieg ausbrach, beschlagnahmte der Herzog zur Bestreitung der Kriegskosten den Altöttinger Kapellschatz. Nach dem Kriege erwies sich eine Rückerstattung in barem Geld als unmöglich. Nun erhielt die Heilige Kapelle im Jahre 1509 als Pfand für die beschlagnahmten Schätze aus der herzoglichen Schatzkammer diese Goldemailarbeiten aus dem französischen Kronschatz. Es waren neben dem "Goldenen Rössl" noch zehn ähnliche Stücke. In der Säkularisation wurde nahezu der gesamte Schatzbestand der Kapelle vom Staat beschlagnahmt und nach München zum Einschmelzen gebracht. Das "Goldene Rössl" kehrte jedoch 1820 wieder nach Altötting zurück.

1992-1995 wurde das kostbare Stück in den Werkstätten des Bayerischen Nationalmuseums in München unter fachlicher Beratung und Mitarbeit von Kunsthistorikern des Pariser Louvre, des Britischen Museums in London sowie aus Deutschland und Österreich aufwändig restauriert. Es kehrte nach einer Ausstellung in München im April 1995 wieder an seinen Platz in der Schatzkammer von Altötting zurück. Nach Einschätzung berufener Kenner ist das "Goldene Rössl" das weltweit kostbarste Exemplar dieser Kunstgattung.

Die Schatzkammer kann besichtigt werden. Sie ist von April bis Oktober geöffnet: Dienstag - Sonntag von 10.00 -12.00 Uhr und von 14.00 - 16.00 Uhr; Montags ist die Schatzkammer geschlossen.

Handlung:

I. Akt
Altötting 1804
Der Beamte gibt die Auflösung und die Verstaatlichung der Klöster und Kirchenbesitztümer bekannt.

II. Akt
Totes Blendwerk
Der Beamte lässt sich vom Administrator den Kapellschatz zeigen. Elf Kunstwerke von unermesslichem Wert werden ihm vorgeführt. Der Administrator erzählt zu jedem Stück dessen Geschichte, Den Beamten langweilt dies nur und er meint nüchtern: „Totes Blendwerk; erst die Münze zählt!". Das Volk rebelliert! Es lässt sich nicht „sein" Rössl nehmen! Der Hofbeamte beschwichtigt: „Es wird nicht euch genommen, sondern der raffgierigen Kirche, Der Schatz wird denen zurückgegeben, denen er genommen wurde. Dem Volk!"
Hofbeamter/Chor: Liberalitas
Der Kapellschatz wird eingezogen, „Auf der Münz' in München wird er klingendes Geld, das dem Volke dient"!

III. Akt
Vor dem Schmelzofen
Alles muss seine Ordnung haben, so wird jedes Kunstwerk noch einmal vermessen und registriert. Dabei erkennen der Beamte und sein Sekretär den „Fehler" am Goldenen Rössl. Von einer Seite führen 14 Stufen zum Altar, von der gegenüberliegenden 13. Der Beamte zögert das Einschmelzen noch einmal hinaus, denn hier ist der Beweis: „Kunst macht dumm"!
Hofbeamter: Ein Klumpen Gold

IV. Akt
Im Zwielicht
Vor den Flammen des Schmelzofens liest der Beamte noch einmal „die Mär" vom Goldenen Rössl, Liest die Geschichte von Karl Vl. und seiner Geisteskrankheit. Liest von dessen Frau Isabeau. Sie war es, die das RössJ in Auftrag gab, als Geschenk an ihren kranken Mann, Isabeau erscheint.
lsabeaul Hofbeamter: Darin ist mein Schicksal gefangen
Im Zwielicht des Feuers begegnen sich die Welten. Der Beamte versucht, die Trugbilder aus seinem Kopf zu scheuchen. Laut liest er den königlichen Erlass, um sich zu beruhigen und zu rechtfertigen, Der Amtstext verschmilzt mehr und mehr mit den verworrenen Sätzen des kranken Karl VI,
Wo beginnt der Wahnsinn?
Welche Stufe ist die Richtige?
Sind 14 Stufen eine zu viel, oder ist die Dreizehnte eine zu wenig?
Wer gibt die Antwort, wer setzt den Maßstab?

V. Akt
Zurück in meine Zeit
Isabeau nimmt den Hofbeamten mit zurück in ihre Zeit. Zurück in glückliche Tage. Es ist Jagdzeit! Eine muntere Jagdgesellschaft taucht auf.

Grattlermusi
Charles / lsabeau / Chor: Hört den Hörnerschall
Es kommt zu einem tragischen Unfall.

Vl. Akt
Der Anfang vom Ende
Höfische Intrigen treiben den labilen Charles in den Wahnsinn. Die Armagnacs und die Burgunder buhlen um die Herrschaft bei Hofe.
Chorfes l lsabeau: Vertrau' doch auf die Liebe

VII. Akt Hofball
Graitlermusi
lsabeaul
Chor: Der König ist auf Reisen
Die Krankheit des Königs wird unerträglich. Isabeau wir als die „Regentin in Abwesenheit des Königs" eingesetzt. Charles bittet darum, ihn so zu sehen, wie es im Goldenen Rössl dargestellt ist, I
sabeau gibt das Rössl in Auftrag! Das Rössl als Sinnbild des Königs.
Charles: BruderTod

VIII. Akt
Die hohe Politik und die niederen Beweggründe
Die zeitweise Unfähigkeit des Königs, sein Land zu regieren, nutzen verschiedenste Kräfte aus. Isabeau wird ins Abseits gedrängt. Gerüchte über Verschwendungssucht kursieren, um den König in seinen gesunden Tagen gegen seine Frau zu stimmen. Dem König entgleitet die Macht, Er ist dem Kräftezerren nicht mehr gewachsen.
Charles / Chor: Fremder Mann im Spiegel

IX. Akt
Abseits der Heimat
Isabeau Da gab der Glaube mir ein Licht
Im Hintergrund ist im Schatten der leidende König zu sehen
Charles / Isabeau / Hofbeamter I Administrator Hilf Herr meiner Tage

X. Akt 1820
Der Beamte setzt sich für den Erhalt des Rössls ein, Er begreift die Vielfalt des Lebens und erkennt dass er sich fortwährend auf der dreizehnten Stufe bewegt, denn die Bühne ist dem Kunstwerk
nachempfunden. Nur auf dem Altar steht nicht der geisteskranke König, sondern er selbst steht auf der dreizehnte Stufe.

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25 Mai, 2018